Ein kleines Wunder

Kürzlich erreichte uns eine Email von Julia Meister über eine nicht ungefährliche Begegnung mit glücklichem Ausgang. Doch lest selbst!

Zur Erinnerung: Julia Meister und Constanze Beek sind seit letztem Sommer als Volontärinnen im ACJ Peru. ACJ ist der Titel des regionalen CVJM in Peru. Die beiden unterstützen die dortigen Mitarbeiter vor allem in der Arbeit mit Kindern.

 

Dass man dabei auch Aufregendes erleben kannn, und die Arbeit sogar manchmal ganz schön gefährlich ist, hat Julia vor kurzem am eigenen Leibe erlebt. Aber auch, dass unser Gott immer ein waches Auge auf uns hat und uns behütet. Hier die Mail von Juli:

Ach ja, und neulich hatten wir ein ziemlich krasses Erlebnis! Laura, also die Volontärin mit der ich in Trujillo wohne, und ich wollten abends bei uns in der Kirche in die Jugendveranstaltung. Die fängt normalerweise abends um 8 Uhr an, aber weil wir die Peruaner ja inzwischen kennen sind wir erst um 8.30 Uhr dorthin gegangen. Naja, als wir bei der Kirche waren, wurde uns dann gesagt, dass der Jugendabend erst um 9.00  Uhr anfängt. Also haben wir uns noch solange gegenüber von der Kirche in einen Park gesetzt und mit ein paar Freunden in Lima telefoniert.
Plötzlich kamen von hinten zwei Männer, die jeder eine von uns gepackt hat. Der mich festhielt,  meinte dann: "Das ist ein Überfall, gib mir dein Handy und deine Tasche!" Während Laura wohl überlegt hat, wie wir uns am besten wehren, war mein einziger Gedanke: "Ja, soll er´s halt mitnehmen, ist jetzt auch nicht so wertvoll, solange sie dann wieder schnell weg sind."
Aus irgendeinem Grund sind die Männer aber nicht sofort weggegangen sondern haben einen Moment gezögert. Und da ist mir eingefallen, dass ich ja noch meine spanische Bibel in der Tasche hab (und die ist mir echt wichtig, weil ich sie eigentlich immer dabei hab bei meiner Arbeit hier). Also hab ich den Mann gefragt, ob er mir nicht die Bibel dalassen kann. Er hat sie dann auch tatsächlich aus der Tasche gezogen und angefangen darin herumzublättern. Ein paar Zettel fielen heraus, die er alle wieder hineingesteckt hat. Dann, ganz plötzlich, hat er mir meine Bibel, meine Tasche und mein Handy gegeben, zu dem anderen Mann  "Vamos" gesagt, sich noch mal zu uns umgedreht und  "disculpa, sorry!" gerufen. Und schon sind sie weitergegangen und in ein Taxi verschwunden, das schon gewartet hatte. Da waren wir ganz schön baff. und ziemlich verwirrt. Das hat uns noch einmal ganz krass daran erinnert, dass Gott wirklich jeden Moment bei uns ist und auf uns aufpasst!
Julia (Juli) Meister